Wissenswertes


  • Vermieten Sie Wohnraum – helfen Sie Flüchtlingen!
  • Bürger begehren gegen "Gettos" auf (Artikel aus dem Teckboten)
  • Wie geht es weiter, wenn der Flüchtlingsstrom anhält? (Artikel aus dem Teckboten)
  • Bauen auf der grünen Klosterwiese (Artikel aus dem Teckboten)
  • Stadt will für jedes Stadtquartier ein Konzept erarbeiten (Artikel aus dem Teckboten)
  • Gemeinderat unter Security Schutz (Artikel aus dem Stadtanzeiger) 
  • Wo entsteht Wohnraum ? (Artikel aus dem Teckboten)
  • Wenn‘s so kommt, kriegen wir‘s hin (Artikel aus dem Teckboten)
  • Es kommen weder Kriminelle noch Monster (Artikel aus dem Teckboten)
  • Ja zur Integration – Nein zur Zahl 96 (Artikel aus dem Teckboten)
  • Freie Wohnungen sind dringend gefragt (Artikel aus dem Teckboten)
  • Stadt muss für Anschlussunterbringung sorgen (Artikel aus dem Stadtanzeiger)
  • Weitere Artikel finden sie unter www.teckbote.de oder im Stadtanzeiger

Webseite der Stadt Kirchheim


Unterbringung Flüchtlinge

 

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Vermieten Sie Wohnraum – helfen Sie Flüchtlingen!

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Artikel vom 12.03.2016


Bürger begehren gegen „Gettos“ auf

 

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In Kirchheim hat sich Widerstand formiert: gegen den Gemeinderatsbeschluss vom 3. Februar zur Anschlussunterbringung von Flüchtlingen. Eine Bürgerinitiative sammelt Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Ziel ist es, die Flüchtlinge gleichmäßig auf alle Stadtbezirke und Teilorte zu verteilen und an keinem Standort mehr als 40 Bewohner unterzubringen.

von Andreas Volz

An der Alten Kirchheimer Straße in Nabern liegt einer von vielen Standorten, für die die Stadt Kirchheim Neubauten zur Anschlussunterbringung von Flüchtlingen vorsieht.  Foto Carsten Riedl
An der Alten Kirchheimer Straße in Nabern liegt einer von vielen Standorten, für die die Stadt Kirchheim Neubauten zur Anschlussunterbringung von Flüchtlingen vorsieht. Foto Carsten Riedl

Kirchheim. 52 Personen engagieren sich bislang für das neue Bürgerbegehren in Kirchheim. Die Initiative richtet sich ausdrücklich nicht gegen Flüchtlinge. In der Langversion ist vom „Bürgerbegehren für eine langfristig erfolgreiche Integration der Flüchtlinge in Kirchheim“ die Rede. Die Lindorferin Tanja Dahlmeier, Mitglied im Organisationsteam, betont denn auch: „Wir wollen keine Emotionen schüren und auch keine geistigen Brandstifter sein.“

Vielmehr wollen die Bürger Gettos verhindern, die ihrer Ansicht nach unvermeidlich entstehen, wenn überproportional viele Flüchtlinge in einem Viertel untergebracht werden oder wenn es zu viele Menschen an einem einzigen Standort sind. Genaue Zahlen zu jedem Stadtbezirk und zu jedem Teilort sind auf der Homepage der Initiative unter buergerbegehren-kirchheim.de zu finden. Als Beispiel sei hier das Klosterviertel herausgegriffen, das nach den Berechnungen der Organisatoren 69 Flüchtlinge aufnehmen müsste. Stattdessen sind aber allein auf der Klosterwiese vier neue Gebäude für 136 Menschen geplant.

Generell fordert die Initiative, an keinem Standort mehr als 40 Personen unterzubringen und die Suche nach Mietwohnungen zu verstärken, denn – so Tanja Dahlmeier: „Als Nachbarn lassen sich Menschen viel besser aufnehmen und integrieren.“ Ähnlich sieht das der Lindorfer Hans-Jochen Lückefett, der sich als Rechtsanwalt zwar auf internationales Umweltrecht spezialisiert hat, der aber in der Bürgerinitiative dennoch für die Einhaltung aller rechtlichen Aspekte des Bürgerbegehrens zuständig ist: „Wir sind der Überzeugung, dass die Integration in erster Linie von den Bürgern zu leisten ist. Die Stadtverwaltung kann da nur Hilfestellung geben.“

Die Erfahrung anderer Städte habe gezeigt, dass bei 90 oder 140 Menschen an einem Platz die Integration nicht gelinge. Kirchheim dürfe deshalb solche Fehler nicht begehen und müsse sich stattdessen auf 40 Personen pro Standort beschränken.

Karin Schmoldt aus Jesingen – die gemeinsam mit Sandra Achilles und Ulrich Kreher zu den drei erforderlichen Vertrauenspersonen des Bürgerbegehrens gehört – sieht bei vier Wohnblocks an einem Platz noch ganz andere Probleme: „Die Stadt weiß ja im Vorfeld nicht, was für Menschen sie zugewiesen bekommt. Sie können aus den verschiedensten Nationen und Kulturen stammen.“ Das könne bei einer Gesamtzahl von 136 Personen zu schwerwiegenden Konflikten untereinander führen.

Tanja Dahlmeier fordert deshalb: „Keine kurzfristigen Lösungen für langfristige Probleme.“ Also sammeln viele Helfer nun Unterschriften, um die als langfristig angesehene Lösung herbeizuführen. Ziel ist ein Bürgerentscheid, in dem folgende Frage zu beantworten wäre: „Sollen die der Stadt Kirchheim zugewiesenen Flüchtlinge für die Anschlussunterbringung den elf Stadtbezirken und Teilorten proportional zu deren Einwohnerzahl und dezentral mit nicht mehr als 40 Bewohnern pro Standort zugeteilt werden?“ Will die Bürgerinitiative erfolgreich sein, muss eine Mehrheit die Frage mit „Ja“ beantworten. Zusätzlich gilt das Quorum, dass der Bürgerentscheid erst dann im Sinne der Initiative gültig ist, wenn diese Mehrheit der Ja-Stimmen mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten repräsentiert. Hans-Jochen Lückefett zufolge wären das rund 6 200 Ja-Stimmen.

Zunächst einmal gelten aber noch andere Zahlen: Der Bürgerentscheid kann nur erzwungen werden, wenn bis 3. Mai mindestens 2 800 gültige Unterschriften von Wahlberechtigten gesammelt sind. Unterschreiben können Kirchheimer Bürger ab 16 Jahren – aber jeweils nur einmal.

Einzelne Unterschriftenaktionen hat es bislang schon an mehreren Standorten gegeben. Wer bereits unterschrieben hat, solle nun noch einmal seinen Namen unter das aktuelle Begehren setzen, sagen die Initiatoren. Die Unterschriftensammler gehen von Haus zu Haus. Tanja Dahlmeier betont aber: „Wir überreden niemanden. Wer für uns aktiv ist und Unterschriften sammelt, wird entsprechend vorbereitet. Wir wollen eine einheitliche Botschaft vermitteln.“

 

Info

Bürgerbegehren und Unterschriftenlisten lassen sich aus dem Internet herunterladen und abgeben bei „Ton & Bild“, Metzgerstraße 1, oder „Kabine 03“, Metzgerstra­ße 7. Auch unter buergerbegehren-kirchheim@gmx.de ist die Initiative zu erreichen.

 


Artikel vom 05.03.2016

 

Wie geht es weiter, wenn der Flüchtlingsstrom anhält?

 

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Die Diskussion im Kirchheimer Rathaus war intensiv. Die Verwaltung stellte sich den Fragen der Anwohner, die sich überwiegend nach alternativen Standorten erkundigten und nach Möglichkeiten, vielleicht nur zwei statt vier neuen Gebäuden auf der Klosterwiese zu bekommen.

von Andreas Volz

Großes Interesse herrschte unter den Bewohnern des Klosterviertels an der Informationsveranstaltung zur Anschlussunterbringung. Foto: Carsten Riedl
Großes Interesse herrschte unter den Bewohnern des Klosterviertels an der Informationsveranstaltung zur Anschlussunterbringung. Foto: Carsten Riedl

Kirchheim. Viele Vorstellungen von Ersatzstandorten zählten die Anwohner auf. In allen Fällen erklärte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker, warum sie aus Sicht der Verwaltung nicht infrage kommen. Das EZA-Gelände – oder auch Steingau-Quartier – sei nach wie vor nicht im Eigentum der Stadt. Auf jeden Fall aber sei der Verkaufspreis zu hoch, um dort ausschließlich Wohngebäude für Flüchtlinge zu erstellen. Ähnliches gelte für den „Hain der Kulturen“. Die Stadt habe das Gelände vom Land zu einem günstigen Preis erworben, weil es zur Grünfläche werden sollte: „Wenn wir das jetzt bebauen würden, müssten wir kräftig nachzahlen.“

 

Der Ziegelwasen wiederum werde das ganze Jahr über fürs Parken benötigt. Und der Hegelesberg sei als Gewerbegebiet ausgewiesen. Rechtlich ist es zulässig, dort für drei Jahre eine Möglichkeit zur Erstunterbringung zu schaffen. Aber nicht für längere Zeit und vor allem nicht für die Anschlussunterbringung.

 

Dafür zählte die Oberbürgermeisterin eine ganze Reihe weiterer Standorte auf, die die Stadt im Auge hat, sei es für die Erst- oder für die Anschlussunterbringung: Teile des Güterbahnhofgeländes und des Steingau-Quartiers, Grundstücke an der Tannenbergstraße, in Nabern am Sportplatz Oberer Wasen, am ge­planten Wohngebiet Schafhof IV, sowie den Ott‘schen Platz am Stadion.

 

Direkte Bedenken wegen der Klosterwiese gab es auch. So kam die Frage aus dem Publikum: „Wenn der Flüchtlingsstrom anhält, wird dann die restliche Klosterwiese auch bebaut?“ Angelika Matt-Heideckers Antwort beruhigte das Publikum kaum: „Das ist eigentlich nicht angedacht. Wir wollen die Menschen so gut wie möglich im Stadtgebiet verteilen.“ Bei der Frage nach dem Familiennachzug lautete die Auskunft ähnlich: „Das bietet weiteren Sprengstoff. Wir wollen nicht den Rest der Klosterwiese für den Familiennachzug überbauen. Aber wir wissen natürlich nicht, wie viele Menschen noch in unserer Stadt ankommen.“

 

Vor allem Anwohnerinnen waren es, die ihre Bedenken wegen der Zahl von fast 140 Menschen – überwiegend Männer – formulierten. Dazu meinte die Oberbürgermeisterin: „Die Äußerungen nehme ich sehr ernst. Ich kann sie nachvollziehen. Ich möchte da nichts verharmlosen. Auch ich will keine Angst haben müssen. Aber ich bitte doch darum, nicht alle Menschen und auch nicht alle Männer über einen Kamm zu scheren.“

 

Kontrovers diskutiert wurde die Frage, ob da nun ein Getto entsteht oder nicht. Der eine Anwohner nannte vier dreistöckige Gebäude „ein Unding“. Das sei auf jeden Fall ein Getto. Ein anderer erwiderte: „Ob Getto oder nicht – das liegt nicht nur an denen, die kommen, sondern auch an denen, die schon da sind.“

 

Ein weiterer Anwohner bot seine persönliche Hilfe an, um im Klosterviertel für das Vermieten von Wohnungen zu werben: „Allgemeine Aufrufe sind zu unpersönlich. Man muss mit den Leuten unmittelbar reden. So lässt sich vielleicht der Bau von ein bis zwei Häusern verhindern.“

 

Wer übrigens eine Wohnung vermieten möchte, um sie über die Stadt weitervermieten zu lassen, kann sich an folgende städtische Mitarbeiter wenden: Herbert Müller, Telefon 0 70 21/5 02-3 51, E-Mail h.mueller@kirchheim-teck.de, sowie Michael Baur, Telefon 0 70 21/5 02-3 37, E-Mail m.baur@kirchheim-teck.de.

 

Zur Zusammenfassung des Abends eignen sich zwei Aussagen aus dem Publikum. Eine Anwohnerin hatte das Gefühl: „Mit einer geringeren Anzahl von Menschen auf der Klosterwiese könnte ich besser umgehen.“ Und gleich zwei Zuhörer stellten sinngemäß fest: „Die Notwendigkeit ist allen klar. Wir haben heute keine einzige Stimme gehört, die gesagt hat, wir wollen niemanden unterbringen und überhaupt gar nichts haben.“


Artikel vom 05.03.2016


Bauen auf der grünen Klosterwiese

 

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Jetzt also die Klosterwiese: Nach und nach macht sich die Stadtverwaltung daran, die Bürgerinformationen zur Anschlussunterbringung von Flüchtlingen über die Bühne zu bringen. Für den westlichen Teil der großen Grünfläche im Klosterviertel sind vier Wohngebäude geplant, in denen ab 2017 insgesamt 136 Menschen unterkommen sollen.

von Andreas Volz

Nicht mehr lange wird sich dieser Blick auf den unbebauten Westteil der Kirchheimer Klosterwiese bieten. Die Stadt will auf dem Gelände vier Gebäude zur Anschlussunterbringung von insgesamt 136 Flüchtlingen erstellen Foto: Carsten Riedl
Nicht mehr lange wird sich dieser Blick auf den unbebauten Westteil der Kirchheimer Klosterwiese bieten. Die Stadt will auf dem Gelände vier Gebäude zur Anschlussunterbringung von insgesamt 136 Flüchtlingen erstellen Foto: Carsten Riedl

Kirchheim. Zunächst einmal ging es im großen Sitzungssaal des Rathauses für die Bewohner des Klosterviertels um die aktuellen Zahlen. In der Erstunterbringung sei das Land Baden-Württemberg derzeit für 185 000 Flüchtlinge zuständig. Nach dem entsprechenden Verteilerschlüssel entfallen davon 9 600 Menschen auf den Kreis Esslingen und 763 auf die Stadt Kirchheim. „Man geht davon aus, dass etwa 70  Prozent der geflüchteten Menschen eine Anerkennung oder zumindest eine Duldung erhalten“, sagte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heide­cker. Ob Anerkennung oder Duldung – in beiden Fällen gilt: „Rechtlich sind diese Menschen Obdachlosen gleichgestellt. Kommunen sind gesetzlich dazu verpflichtet, Obdachlose unterzubringen.“

 

Auch für diese Anschlussunterbringung der obdachlosen Flüchtlinge mit Bleibeberechtigung gibt es Zahlen – oder eher Prognosen: Bis Ende 2016 muss die Stadt Kirchheim Wohnraum für 254 Menschen schaffen, bis Ende 2017 für 680. Die Oberbürgermeisterin machte gleich im Vorfeld deutlich: „Wir reißen uns nicht um diese Tätigkeit. Wir würden uns gerne mit anderen Dingen beschäftigen. Aber ob wir wollen oder nicht – jede Kommune muss ihren Pflichten zur Anschlussunterbringung nachkommen.“

 

Die Anschlussunterbringung erfolgt „soweit und solange erforderlich“. Außer dem Bereitstellen von Wohnraum gehören dazu auch eine soziale Betreuung sowie das „Hinwirken auf die Unabhängigkeit von Leistungen“. Das heißt, dass die Menschen nach Möglichkeit Arbeit finden sollen, um ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten zu können.

 

Ob Menschen, die wegen Kriegen in ihrer Heimat geflüchtet sind, nach Kriegsende wieder zurückkehren, lasse sich noch nicht absehen. In jedem Fall aber wolle die Stadt dauerhaften Wohnraum schaffen, der auch in 25 oder 30 Jahren noch genutzt werden kann. Wie das bis Ende 2017 für fast 700 Menschen zu bewerkstelligen sei, erklärte Bürgermeister Günter Riemer anhand von Standorten und Zahlen. Angedacht sind neue Wohngebäude am Hafenkäs (für 68  Menschen), am Dreschplatz in Lindorf (88), am Sportplatz in Jesingen und an der Klosterwiese (je 136), an der Alten Kirchheimer Straße in Nabern (88) und am Bolzplatz der Kitteneshalde (102). Hinzu kommt Wohnraum für 70 Menschen in städtischen Wohnungen.

 

Der Kauf von Gebäuden und das Anmieten von Wohnungen sind die ersten Prioritäten der Stadt. Aber beides erweist sich in der Praxis als schwierig. Insofern ist der Neubau von Wohngebäuden – wofür Angelika Matt-Heidecker massive finanzielle Unterstützung durch Bund und Land einfordert – der beste und schnellste Weg. Weitere Alternativen deutete die Oberbürgermeisterin nur vorsichtig an: „Notfalls wären wir gezwungen, für viel Geld ein ganzes Hotel anzumieten. Und ganz am Schluss gibt es noch die Möglichkeit der Beschlagnahme von Wohnraum.“

 

Wie sehen nun die konkreten Planungen für die Klosterwiese aus? In Verlängerung der Roseggerstraße soll es zu einem zentralen Platz gehen, um den herum sich vier dreistöckige Gebäude gruppieren, die Raum für jeweils 34 Menschen bieten. Ganz im Westen sollen sich Stellplätze anschließen sowie ein kleines Grundstück als Garten, zum Anbauen von Lebensmitteln. Auch wenn auf großen Aufwand wie Balkone verzichtet wird, rechnet die Stadt mit einer bis 1,1 Millionen Euro, die jedes der Gebäude kosten wird.

 

Am Rand ging es auch darum, dass der Kfz-Betrieb Auto Stark in die Bohnau umziehen wird, weil am jetzigen Standort neben der Klosterwiese ein Privatinvestor ebenfalls ein großes Wohnhaus erstellen möchte. Die Oberbürgermeisterin sagte dazu: „Ich bin froh über jedes Gebäude in der Stadt, in dem Wohnraum entsteht.“ Zu groß sei der Druck, eine wachsende Anzahl von Menschen in der Stadt unterzubringen.

 

Für die Klosterwiese heißt das, dass Anfang Januar die vier städtischen Gebäude erstellt werden, die bereits Ende 2017 bezugsfertig sein sollen. Erledigt hat sich für die Stadt aber gar nichts dadurch: Auf Jahre hinaus wird sie auf der Suche nach weiteren Standorten sein.


Artikel vom 13.02.2016

 

Stadt will für jedes Stadtquartier ein Konzept erarbeiten

 

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Für eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen will die Stadt Kirchheim ein Konzept verabschieden. Es sieht verschiedene Maßnahmen vor, die die Gegebenheiten in den einzelnen Stadtquartieren berücksichtigen und den Flüchtlingen Integration ermöglichen sollen.

von pm

Kirchheim. Die Teckstadt steht vor der Herausforderung, eine große Anzahl von Flüchtlingen dauerhaft aufzunehmen. Kirchheim muss zeitnah günstigen Wohnraum und Unterkünfte für Flüchtlinge schaffen. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung sind sechs Standorte für den Bau von Wohnunterkünften in die engere Auswahl gekommen. Davon hat die Stadt zwei Standorte ins Auge gefasst, auf denen noch in diesem Jahr gebaut werden soll: im Kirchheimer Hafenkäs und auf dem Dreschplatz in Lindorf. Die Bedingungen, um die Schutzsuchenden in den verschiedenen Standorten gut zu integrieren, sind unterschiedlich. Es braucht individuelle Lösungen, so die Ansicht der Verwaltung.

 

Ziel des Integrationskonzeptes ist es, dass Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem sozialen Status in guter Nachbarschaft leben, am gesellschaftlichen Leben teilhaben können und Zukunftschancen haben. „Integration findet im Kleinen, in der Begegnung statt. Eine gelingende Integration ist daher He­rausforderung und Aufgabe für alle Menschen in Kirchheim“, sagt die Abteilungsleiterin für Soziales, Brigitte Hartmann-Theel. „Dafür müssen wir für jedes Stadtquartier beziehungsweise für jeden Stadtteil individuelle Maßnahmen und Angebote entwickeln, die wir über ein Integrationskonzept einheitlich koordinieren, stärken und ausbauen wollen“, so Hartmann-Theel. Sie freut sich, dass in diesem Monat der Integrationsrat und das Flüchtlingsnetzwerk Kirchheim (FlinK) mit der Stadtverwaltung zu einem Auftakttreffen zusammenkommen. „Noch im Sommer dieses Jahres wollen wir das Konzept gemeinsam verabschieden und in die Umsetzung gehen“, erklärt sie.

 

Das Integrationskonzept sieht verschiedene Handlungsfelder wie beispielsweise Wohnen, Begegnung, Sprache und Arbeit für eine gelingende Integration vor. Je nach individueller Situation vor Ort können nach Ansicht der Verwaltung daraus passgenaue Ziele und Maßnahmen abgeleitet werden. „An der Umsetzung des Konzeptes werden verschiedene Abteilungen der Verwaltung und die sozialen Akteure der Stadt beteiligt sein, und wir brauchen weiterhin das ehrenamtliche Engagement“, sagt Hartmann-Theel.

 

Um das große ehrenamtliche Engagement noch stärker zu fördern und zu unterstützen, hat die Stadt die bereits bestehende Stelle für die Koordination der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit auf 100 Prozent aufgestockt, im März wird eine Stelle zur Wohnungsvermittlung und Betreuung der Flüchtlinge neu besetzt, und ab Juni wird es in der Stadt einen Integrationsbeauftragten geben. „Integration kann nur gelingen, wenn wir alle daran arbeiten“, fasst Hartmann-Theel zusammen. Dabei ist ihr Transparenz und der offene Dialog mit Bürgern wichtig. Als Projektleiterin für das Integrationskonzept ist Brigitte Hartmann-Theel unter der Telefonnummer 0 70 21/5 02-3 46 oder per E-Mail an b.hartmann-theel@kirchheimteck.de erreichbar. pm


Kirchheim/Teck, Februar 11, 2016

Gemeinderat unter Security-Schutz

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Mit einer Wohnungsbauoffensive will die Stadt entgegen Widerständen den steigenden Bedarf an Wohnraum für anerkannte Asylbewerber decken. Das Polizeigesetz verpflichte dazu. Der Gemeinderat gab geschlossen grünes Licht. Überschattet wurde die Sitzung vom Rauswurf des Lindorfer Ortschaftsrats Klaus Pesl.

Von: Boris-Marc Münch

Bild: Boris-Marc Münch
Bild: Boris-Marc Münch

Das alles beherrschende Thema ist derzeit die Anschlussunterbringung von anerkannten Asylanten im Stadtgebiet. Deshalb wurde die Gemeinderatssitzung kurzfristig in die Stadthalle verlegt, damit 500 Bürger hören konnten, was geplant ist. Viele weitere Bürger kamen nicht mehr in die Halle, weil zwei Securitykräfte den Weg versperrten.
 Auch das Publikum in der Halle war von mehreren Security-Männern in schwarzen Uniformen umringt. »Wir wollen uns nicht abschotten«, sagte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker. Die Maßnahme diene der Sicherheit der Bürger und des Gemeinderats. In der Bürgerfragestunde wollte Klaus Pesl eine Lanze für den Ortschaftsrat Lindorf brechen, weil dieser »Prügel einstecken musste«. Doch die Oberbürgermeisterin entzog ihm das Wort. Die Fragestunde sei dazu da, Fragen zu stellen und nicht um Stellungnahmen abzugeben. Doch Pesl redete weiter. Da machte die Oberbürgermeisterin von ihrem Hausrecht Gebrauch. Pesl wurde durch die hinzugerufene Security des Saals verwiesen. Nach diesem turbulenten Start erhielten die Bürger die Fakten. Nach derzeitigem Stand muss Kirchheim im nächsten Jahr mindestens 1710 zusätzliche Flüchtlinge aufnehmen. Doch es könnten auch knapp 3000 werden.
 Aufgabe der Stadt ist die Anschlussunterbringung. Sie muss nach jetzigem Stand für 680 anerkannte Asylanten ein Dach über dem Kopf besorgen. Nach dem Polizeirecht sei man dazu verpflichtet, um drohende Obdachlosigkeit zu verhindern, erläuterte die Stadtverwaltung.
 So startet jetzt die größte Wohnungsbauoffensive der Stadt Kirchheim nach dem Krieg. Die neuen Häuser für die Asylbewerber werden auf noch freien Grundstücken der Stadt errichtet – in massiver Holzbauweise. Los gehts auf dem umstrittenen Dreschplatz in Lindorf. Hier sollen zunächst zwei Gebäude hochgezogen werden. Kostenpunkt: circa drei Millionen Euro. Die Unterkünfte im Hafenkäs und auf dem alten Sportplatz in Jesingen sollen zügig umgesetzt werden. Daneben sind sechs weitere Standorte vorgesehen. Falls es knapp werden sollte, nimmt die Stadtverwaltung noch zwei weitere Standorte ins Visier. Zum einem beim Schafhof und zum anderen neben dem Rathaus in Ötlingen. Auch auf dem Steingau-Areal und dem Güterbahnhof könnten Flächen  für die Anschlussunterbringung reserviert werden. Oben drauf kommen noch die Standorte für die vorläufige Unterbringung von Flüchtlingen, die dem Landkreis angeboten werden.

 

Bild: Boris-Marc Münch
Bild: Boris-Marc Münch

So bewertet Klaus Pesl den Vorfall:
„Weil das Mikrofon nicht eingeschaltet war, wollte ich die Zeit überbrücken, bis es eingeschaltet ist, um dann meine Fragen zu stellen.“  Seinen nachfolgenden Rauswurf trage er mit Fassung, denn „ich bin ein Sportsmann“. Die Oberbürgermeisterin habe das Hausrecht und könne so reagieren. „Auf beiden Seiten liegen eben die Nerven blank“, sagt Pesl. Er habe deutlich machen wollen, dass Lindorf nur 30 Flüchtlinge aufnehmen sollte. Für eine gerechte Verteilung der Asylbewerber im Stadtgebiet haben die Lindorfer 678 Unterschriften gesammelt und diese der Oberbürgermeisterin übergeben. Wunsch des Ortschaftsrates wäre es gewesen, die Asylunterkunft  nicht auf dem Dreschplatz, sondern auf einem Flurstück angrenzend an die Autobahn zu bauen. Doch nun werden zwei Gebäude auf dem Dreschplatz errichtet, in denen 48 Asylbewerber unterkommen. „Das ist für uns die Schmerzgrenze", betont Pesl. Darüber hinaus würde die Integration nicht mehr klappen, weil dann ein „Dorf im Dorf“ entstünde. Wichtig sei ihm zu betonen: „Wenn Flüchtlinge nach Lindorf kommen, sollen sie Schutz und eine Heimstadt finden.“ Deren Menge müsse aber im Verhältnis zur Einwohnerzahl des kleinen Dorfes stehen. 

 

So haben teilnehmende Bürger reagiert:
Bürger mit denen wir sprachen, fanden, die Oberbürgermeisterin habe in der Sache richtig gelegen, aber nicht im Stil. Sie hätte das auch eleganter lösen können, statt Pesl durch die Security des Saales zu verweisen. Gegenüber einem angesehenen Bürger und Vorsitzenden einer Ortschaftsratsfraktion sei das nicht fair. 

Autor: Boris-Marc Münch

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Artikel vom 05.02.2016


Wo entsteht Wohnraum ?

 

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2016 könnten in Kirchheim 68 Plätze für die Unterbringung neuer Mitbürger im Hafenkäs entstehen, 44 auf dem Lindorfer Dreschplatz und 58 in städtischen Wohnungen. 2017 bleibt es nach derzeitiger Planung im Hafenkäs bei 68. In Lindorf wird durch weitere Gebäude auf 88 aufgestockt. Auf dem Jesinger Sportplatz entstehen 136 Plätze, ebenso viele auf der Klosterwiese. Der Bolzplatz Kitteneshalde könnte 102 Flüchtlingen Platz bieten, die Alte Kirchheimer Straße in Nabern 88. 58 Flüchtlinge bleiben in städtischen Wohnungen.

 


Artikel vom 05.02.2016


Wenn‘s so kommt, kriegen wir‘s hin

 

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Viele standen noch auf den Treppen, als die öffentliche Gemeinderatssitzung in der Kirchheimer Stadthalle begann. Der Saal war voll besetzt. Security-Kräfte wiesen zusätzliche Zuhörer ab. Innen bot ein mehrstündiger Info-Marathon Antworten auf viele Fragen und ließ Verständnis für die Politik der Stadt wachsen.

von Irene Strifler

GR Kirchheim in der Stadthalle mit Flüchtlingsthematik und anderen Punkten
GR Kirchheim in der Stadthalle mit Flüchtlingsthematik und anderen Punkten

Kirchheim. Als „die größte Herausforderung seit Langem“ bezeichnete Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker die Aufgabe der Unterbringung und Integration von Flüchtlingen. Um die größte Herausforderung ihrer Amtszeit handelt es sich auf jeden Fall. Mit vereinten Kräften nahm die Verwaltung die Herausforderung an und ging vor über 500 Leuten in die Informationsoffensive.

 

Muss Kirchheim Flüchtlinge aufnehmen?

7,7 Prozent der Flüchtlinge, die im Kreis Esslingen eintreffen, muss Kirchheim aufnehmen, führte die Stadtchefin aus. Zwar wolle sie Ängste nicht wegdiskutieren, aber angesichts dieser Aufgabe bestehe schlicht und einfach die Verpflichtung, offen und differenziert mit dem Thema umzugehen.

 

Wie viele Flüchtlinge leben in Kirchheim?

Im Jahr 2017 müssen in Kirchheim geschätzt 1 710 Flüchtlingen untergebracht werden, davon 680 längerfristig in einer Anschlussunterbringung. „Wenn‘s so kommt, kriegen wir‘s hin“, meinte Bürgermeister Günter Riemer. Es gibt aber auch Szenarien, die von höheren Zahlen ausgehen, etwa von einer Gesamtzahl von 2 850 Flüchtlingen. Außerdem ist der Familiennachzug nicht berücksichtigt.

 

Wo sollen Flüchtlinge wohnen?

Stadtplaner Gernot Pohl erläuterte, dass die vorläufige Unterbringung als Aufgabe des Kreises provisorischen Charakter hat, wie zum Beispiel die Einquartierung in der Kreissporthalle. Nach zwei Jahren folgt die Anschlussunterbringung in Zuständigkeit der Stadt, die normalem Wohnen entspricht. Ziel der Stadt ist, Flüchtlinge und Obdachlose möglichst gleichmäßig über das ganze Stadtgebiet zu verteilen, wie anhand eines Stadtplans dargelegt wurde.

 

Wenn es keinen Wohnraum gibt?

Wer keine Wohnung hat, ist ein Obdachloser. Laut Polizeiverordnung müsse die Kommune dann für ein Dach über dem Kopf sorgen, erläuterte Christine Riesener. Selbst die Beschlagnahmung von Privateigentum ist möglich. Allerdings sei dies ein hohes Gut, beruhigte die Rechtsamtsleiterin. Zuvor würden alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft, etwa die Belegung von Sporthallen.

 

Wie sollen Flüchtlinge wohnen?

Um einigermaßen kostengünstig und doch schnell bauen zu können, ist an Gebäudemodule in Holzbauweise gedacht, wie Bürgermeister Riemer ausführte. Geht man beispielsweise für Lindorf von vier zweigeschossigen Wohngebäuden für 88 Personen aus, kommt man inklusive eines Sozialraumes, der für die Integrationsarbeit wichtig ist, auf fast drei Millionen Euro.

 

Wer zahlt das?

Laut Oberbürgermeisterin sind die 5,1 Millionen Euro, die im Haushalt für 2016 eingestellt sind, zunächst genug. Um die Maßnahmen für 2017 abzusichern, kommt im Mai ein Nachtragshaushalt. Der Zuschuss für Wohnbauförderung deckt 25 Prozent ab, dazu kommen KfW-Mittel.

 

Wie verläuft die Integration?

Brigitte Hartmann-Theel vom Sozialamt wies auf das vielfältige Kirchheimer Engagement für Flüchtlinge hin, das sich in zahlreichen Gruppen spiegelt. Seitens der Stadt wird unter anderem mit Flüchtlingsbetreuern und Integrationsbeauftragten bis Sommer ein neues Integrationskonzept erarbeitet werden.

 


Artikel vom 05.02.2016


Es kommen weder Kriminelle noch Monster

 

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Quer durch alle Fraktionen vollzogen die Stadträte den Schulterschluss mit der Verwaltung: Auf dem Lindorfer Dreschplatz und im Kirchheimer Hafenkäs werden noch in diesem Jahr erste Häuser für die Anschlussunterbringung anerkannter Flüchtlinge errichtet.

von Irene Strifler

GR Kirchheim in der Stadthalle mit Flüchtlingsthematik und anderen Punkten
GR Kirchheim in der Stadthalle mit Flüchtlingsthematik und anderen Punkten

Kirchheim. Den sozialen Frieden gewahrt wissen wollte Natalie Pfau-Weller, die als erste Rednerin für die CDU das Wort ergriff. Sie sprach die Hoffnung auf gute Integration durch möglichst kleine Unterkünfte aus. Im Übrigen forderte sie eine Kurskorrektur der städtischen Wohnbaupolitik: Dringend müssten mehr Grundstücke auf den Markt, notfalls auch verbunden mit einer Erleichterung der Bauauflagen.

 

„Die Menschen, die wir hier unterbringen müssen, sind anerkannte Flüchtlinge“, appellierte Ulrich Kübler von den Freien Wählern daran, die Pfeiler des weltweit geachteten Deutschen Grundgesetzes nicht infrage zu stellen. Mit sorgenvollem Blick auf den Landtagswahltermin am 13. März warnte er vor dem Irrglauben, eine Partei, die in aller Munde aber noch nicht im Landesparlament sei, werde die Problematik besser lösen.

 

Die vielen freien Wohnungen in Kirchheim – von 700 ist offiziell die Rede – hatte Albert Kahle (FDP/KiBü) im Blick. Es wäre eine Lösung, darin Menschen unterzubringen. Daraus erwachse dann echte Integration statt Ghettoisierung. Ihm war wichtig, dass die Stadt auf den Bau der geplanten Gebäude verzichte, sofern es ihr gelänge, stattdessen Wohnungen anzumieten. Auf eine entsprechende Kampagne der Oberbürgermeisterin im Verbund mit der Dekanin hatte sich allerdings kein einziger Hausbesitzer gemeldet, wie umgehend mitgeteilt wurde.

 

Von einer „Willkommenskultur im Land“ spürte SPD-Fraktionsvorsitzender Walter Aeugle nicht mehr viel. Daher warnte er davor, die Kirchheimer Bürger zu überfordern. Aus diesem Grunde sollten keinesfalls soziale Brennpunkte geschaffen werden. Im konkreten Fall stellte er daher den ergänzenden Antrag, es dauerhaft bei maximal zwei Häusern in Lindorf und in Jesingen zu belassen.

 

Andreas Schwarz von den Grünen begrüßte ausdrücklich das Vorgehen der Stadt, zunächst mit kleineren Wohneinheiten zu beginnen. Das sei ein Ergebnis der ausführlichen Diskussionen mit den Bürgern und den Verantwortlichen vor Ort, und nur so könne Integration gelingen. Darüber hinaus müssten am Güterbahnhof mindestens 20 Prozent Sozialwohnungen geschaffen werden und durch die Vergrößerung des Langen Morgens auch hier zusätzlicher Wohnraum gefördert werden.

 

Dass es nicht nur um Häuserbau, sondern um das Selbstverständnis der Stadt gehe, merkte die Vorsitzende der Frauenliste an, Dr. Silvia Oberhauser. „Es kommen weder Kriminelle noch Monster, sondern Menschen, die dieselben Bedürfnisse wie wir haben“, betonte sie und lobte die Planung der Verwaltung als weitsichtig, mutig und vor allem ehrlich.

 

Hans Kiefer von der CIK forderte alle zu einem offenen Diskurs auf und betonte: „Gegen die diffuse Angst hilft nur, diese Menschen kennen- und achten zu lernen.“ Mehr Dezent­ralität als in der aktuellen Planung enthalten sei, gehe gar nicht.

 

Abschließend berichteten die beiden Ortsvorsteher der Teilorte aus ihren Ortschaftsratssitzungen. Stefan Würtele aus Lindorf leitete den Wunsch des Gremiums weiter, auf die Bebauung des Dreschplatzes in Lindorf zu verzichten, da dort die Gefahr eines „Dorfes im Dorf“ gesehen werde. Stattdessen solle die Verwaltung ein anderes Grundstück daraufhin überprüfen, ob dort 30 Flüchtlinge angesiedelt werden könnten.

 

„Die Anzahl ist uns zu hoch“, berichtete auch Reinhold Ambacher, stellvertretender Jesinger Ortsvorsteher, vor allgemeinem Unbehagen bei dem Gedanken, auf dem dortigen Sportplatzgelände bald 136 Flüchtlinge untergebracht zu wissen. Sollten die Gebäude gleichzeitig hergestellt werden, sei sinnvolle Integration – für die es im Teilort bereits gute Beispiele gebe – nicht mehr möglich.

 


Artikel vom 27.01.2016


Ja zur Integration – Nein zur Zahl 96

 

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Nachspiel in Lindorf: Eine Woche nach der Bürgerinformation zur geplanten Anschlussunterbringung von Flüchtlingen auf dem alten Dreschschuppenplatz bestimmte das Thema auch die Sitzung des Ortschaftsrats. Außerdem haben Lindorfer Bürger inzwischen Unterschriften gesammelt. Allgemeiner Tenor: „Flüchtlinge ja, aber nur 24 bis 36 und keine 96 plus x“.
von Andreas Volz

Die Stadt Kirchheim plant, auf dem Lindorfer Dreschplatz (Bild unten) vier Gebäude für 96 Flüchtlinge zu erstellen. Das sorgt für viel Diskussionsstoff im Ortschaftsrat (Bild oben). Fotos: Carsten Riedl / Ralf Just
Die Stadt Kirchheim plant, auf dem Lindorfer Dreschplatz (Bild unten) vier Gebäude für 96 Flüchtlinge zu erstellen. Das sorgt für viel Diskussionsstoff im Ortschaftsrat (Bild oben). Fotos: Carsten Riedl / Ralf Just

 

 

 

 

 

Kirchheim. Im überfüllten Sitzungssaal des Lindorfer Rathauses nannte Ortsvorsteher Stefan Würtele zunächst einmal aktuelle Zahlen und Prognosen: Von den 3 000 Flüchtlingen, für die die Kommunen im Kreis Esslingen 2016 eine Anschlussunterbringung bereitstellen müssen, kämen 231 nach Kirchheim, was exakt dem Verteilerschlüssel von 7,7 Prozent entspricht. Er selbst rechne für 2017 mit einem Anstieg auf gut 6 000 im Landkreis, was dann für Kirchheim wohl eine Zahl von mindestens 500 Personen bedeute. 

Für ihren Ortsteil Lindorf plane die Stadt Kirchheim nun, auf dem alten Dresch- oder auch Dreschschuppenplatz insgesamt vier zweistöckige Flachdachgebäude erstellen zu lassen. In jedem Gebäude verteilen sich zwölf Zimmer auf vier Wohnungen. Dabei gelte das ganz normale Baurecht, sowohl im Blick auf die Energieeinsparverordnung als auch auf die Anzahl der Stellplätze, die entlang der Hardtstraße geplant sind.

 

Wenn jedes Zimmer in den vier Wohnblocks mit zwei Personen belegt wird, ergibt das rein rechnerisch einen Zuzug von 96 Flüchtlingen an einer einzigen Stelle in Lindorf. Genau an dieser Zahl machen die Lindorfer ihre Kritik fest. Klaus Pesl, Vorsitzender der Fraktion Wählervereinigung Lindorf / Lindorfer Bürgerliste, sagte in der Ortschaftsrats Sitzung: „Ich stehe dazu, 30 Menschen in Lindorf aufzunehmen und ihnen hier eine Heimat zu geben.“ Er selbst werde sich aktiv an der Integration beteiligen. 96 Flüchtlinge dagegen seien bei einem Ort wie Lindorf mit „1 500 Seelen“ dann doch „etwas heftig“. Klaus Pesl fürchtet, dass dadurch „ein Dorf im Dorf“ entstehen könnte.

Den Dreschplatz hält er für geeignet, um dort beispielsweise Wohnraum für junge Familien zu schaffen. Ein Gebäude, um 30 Flüchtlinge unterzubringen, ließe sich aus seiner Sicht besser auf einem anderen städtischen Grundstück an der Ötlinger Straße erstellen. Ein Antrag seiner Fraktion sah vor, genau diesen Alternativstandort zu überprüfen. Überdies beantragte er, mit Eigentümern zu verhandeln, die leerstehende Wohnungen und Gebäude in Lindorf für die Anschlussunterbringung zur Verfügung stellen könnten.

 

Auch Albrecht Ellwanger, der Fraktionsvorsitzende der „unabhängigen Liste Lindorf“ im Ortschaftsrat, sieht es „als Selbstverständlichkeit an, dass im Rahmen der Anschlussunterbringungspflicht von Flüchtlingen und Asylbewerbern ein Teil dieser Menschen auch in Lindorf untergebracht wird“. Allerdings glaubt er nicht, „dass Lindorf als kleinster Teilort mit teilweise fehlender Infrastruktur sowie als einziger Teilort ohne Sozialarbeit hier einen überproportional hohen Beitrag leisten kann und muss“. Er fürchtet, dass die Integration von 96 Flüchtlingen aufgrund der unverhältnismäßig hohen Zahl misslingen könnte.

 

Auch eine Initiative außerhalb des Ortschaftsrats hat sich inzwischen auf den Weg gemacht, um Unterschriften zu sammeln. 678 Unterschriften sind zusammengekommen, die sich ebenfalls für „eine gelungene Integration durch eine geringere Anzahl an Personen“ einsetzen. Die Unterschriften sollen im Lauf der nächsten Tage an Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker übergeben werden.

 

Auch in diesem Fall geht es darum, dass 24 bis 36 Flüchtlinge als eine Zahl angesehen wird, die die Dorfgemeinschaft in Lindorf „schaffen“ kann. Eine Zahl von 96 + x dagegen so schnell wie möglich in Lindorf unterzubringen, hält Ulrich Kreher, einer der Initiatoren, für eine „Hauruck-Aktion“, die dazu führen könnte, „über Generationen hinweg einen kleinen Stadtteil zu zerschlagen“.

 

Dr. Heike Schad, eine weitere Initiatorin der Unterschriftenliste, hofft, dass sich die Alternativlösung Klaus Pesls verwirklichen lässt, für die sich der Ortschaftsrat in der Abstimmung auch ausgesprochen hat. Sollte stattdessen das eine Haus, das die Lindorfer für machbar halten, auf dem Dreschplatz entstehen, dann fürchtet sie, dass es sich dabei um den berühmten kleinen Finger handelt, den man gibt: „Am Ende stehen dann auch die übrigen drei Häuser auf dem Dreschplatz.“ Auch Heike Schad betont im Gespräch: „Wir wollen die Leute integrieren, die zu uns kommen, schaffen aber die große Zahl nicht.“

 

Entscheiden wird am Ende übrigens der Kirchheimer Gemeinderat. Der Ortschaftsrat Lindorf kann lediglich eine Empfehlung an den Gemeinderat weitergeben.

Kommentar des Autors: Was ist das rechte Maß?


Eins muss man ihnen lassen: Sie argumentieren geschickt, die Lindorfer. Sie wettern nicht etwa unbeholfen gegen Überfremdung, sie schüren keine Vorurteile und sie stellen die Flüchtlinge auch nicht unter irgendeinen Generalverdacht. Sie sagen, dass sie ihren Beitrag zur Integration leisten wollen, und bieten freiwillig an, sich für ihre „Neubürger“ zu engagieren.

 

Das einzige Problem, das sie haben, ist die Unverhältnismäßigkeit, und da haben sie durchaus recht: Fast hundert bleibeberechtigte Flüchtlinge zu rund 1 500 Einwohnern – das würde bedeuten, dass von künftig 1 600 Lindorfern 6,25 Prozent Flüchtlinge wären, die es zu integrieren gilt. Bei der Zahl von etwa 30 Flüchtlingen, die die Lindorfer für „schaffbar“ halten, würde diese Prozentzahl bei knapp unter zwei liegen. Auch das wäre bereits Herausforderung genug. Und die Einwohner des kleinsten Kirchheimer Teilorts sind durchaus dafür zu loben, dass sie sich zutrauen, diese Herausforderung anzunehmen.

 

Die Frage ist nur: Wo soll Kirchheim die Flüchtlinge unterbringen, für die 2016 und in den folgenden Jahren Anschlussunterkünfte bereitzustellen sind? Sollten sich die Zahlen in kürzester Zeit verdreifachen – was nicht unrealistisch ist –, dann wären die Lindorfer schon in wenigen Monaten statt bei 30 tatsächlich bei 90 Menschen. Und die müssten sie aufnehmen, ob sie wollen oder nicht.

 

Wenn sie aber zurecht argumentieren, dass die Integrationsleistung in so kurzer Zeit für 96 Personen nicht zu schaffen ist, dann droht die gesamte deutsche Flüchtlingspolitik an die Wand zu fahren. Lindorf ist ja kein Einzelfall. Die Integration muss in ganz Deutschland gelingen. Deshalb müssen auch Politiker in Bund und Ländern über die Verhältnismäßigkeit der Zahlen nachdenken – und darüber, was sich „schaffen“ lässt und was nicht.

ANDREAS VOLZ

 


Artikel vom 20.01.2016


Freie Wohnungen sind dringend gefragt

 

Link zum Artikel im Teckboten

Die Botschaft der Lindorfer Bürger und Bürgerinnen war eindeutig: 96 Flüchtlinge ja, aber dezentralisiert. Viel Zündstoff gab es anlässlich der Bürgerversammlung zum Thema Flüchtlingsunterbringung in Lindorf.

von Thomas Krytzner

Volles Bürgerhaus in Lindorf bei der Infoveranstaltung zur Anschlussunterbringung. Foto: Thomas Krytzner
Volles Bürgerhaus in Lindorf bei der Infoveranstaltung zur Anschlussunterbringung. Foto: Thomas Krytzner

Kirchheim. Keine leichte Aufgabe war es für die Kirchheimer Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker, als sie am vergangenen Montag die Lindorfer Bürger über die Flüchtlingsplanung informierte.
Der Saal im Bürgerhaus reichte für den großen Andrang nicht aus, die Interessierten standen bis auf den Flur hinaus. Mit der Schilderung der allgemeinen Situation eröffnete Angelika Matt-Heidecker die Infoveranstaltung und erklärte, wie in den Kommunen mit den Menschen mit Fluchthintergrund verfahren wird. Sie stellte klar, dass die Kommunen die Vorgaben des Bundes und des Landes zu erfüllen hätten. Ein „Nein, wir können nicht“ gäbe es nicht.
So sei sie im Oktober vom Landrat mit den Worten: „In drei Stunden kommen Menschen nach Kirchheim!“, informiert worden. Da hieß es dann handeln und entsprechende Infrastruktur zur Verfügung stellen.
Der Verteilerschlüssel richtet sich nach der Anzahl der Einwohner in den Kommunen. Die Verteilung auf die einzelnen Ortsteile von Kirchheim basiert auf dem möglichen Platzangebot: Wo hat Kirchheim Eigentum? Wo stehen Wohnungen zur Verfügung? Da der Lindorfer Dreschplatz Eigentum der Stadt sei, habe man, so erklärte Matt-Heidecker, Pläne für vier Häuser erstellt und somit Platz für 96 Menschen geschaffen. Die Erstellung der Pläne sei nötig gewesen, da man nur mit einem Vorschlag im Ortschaftsrat eine Entscheidung herbeiführen könne.
Ulrich Dreher aus Lindorf verglich in seinem Statement mehrere Gemeinden. So habe beispielsweise Lichtenwald mit 2 500 Einwohnern gerade mal 36 Asylanten und Lindorf mit 1 500 Einwohnern wurden 96 zugeteilt.
Eine andere Bürgerin, die selber Italienerin ist, in Kirchheim geboren wurde und seit mehreren Jahren in Lindorf wohnt, sprach den emotionalen Part an. Sie vermisse das Wort „Integration“, und sie erwarte Offenheit von der Stadtverwaltung. Angelika Matt-Heidecker konnte bestätigen, dass Integration in der Stadt Kirchheim seit vielen Jahren gelinge. Ohne Integration könne die Flüchtlingsaufgabe kaum bewältigt werden. In Lindorf gäbe es den Gesangverein, den Musikverein und die Feuerwehr, die alle gerne bereit seien, zu integrieren.
Aus einer anderen Ecke im vollen Raum kam von einer besorgten Lindorferin die Frage nach der Sicherheit. Es seien doch hauptsächlich allein reisende Männer mit Fluchthintergrund, und wenn diese so dicht beieinander leben würden, seien doch Reibereien vorhersehbar. Matt-Heidecker bestätigte, dass rund 70  Prozent der Flüchtlinge Männer seien, die zum Teil später ihre Familien nachreisen lassen. Ein Generalverdacht, so Matt-Heidecker weiter, sei aber nicht haltbar. Sie selber wolle auch „sicher“ sein, jedoch müsse man sich überlegen, warum die Menschen nach Deutschland kämen. Nicht, weil sie Verbrechen begehen wollen.

Dies bestätigte auch Jürgen Ringhof, Leiter eines Polizeireviers im Nachbarkreis. Sein Revier umfasse 78 000 Einwohner, erklärt er, und in den zwei größten Gemeinden habe es im vergangenen Jahr grade mal fünf Straftaten durch Asylanten gegeben, jedoch keine sexuellen Übergriffe. In Lindorf werde wohl, so Ringhof weiter, die Kriminalität leicht ansteigen, es kämen jedoch keine 100 Verbrecher nach Lindorf, sondern Menschen.

Angelika Matt-Heidecker bot ihre Hilfe an, wenn in Lindorf freie Wohnungen zur Verfügung gestellt würden. Die Stadt stehe als Mietpartei zur Verfügung. Klaus Pesl vom Ortschaftsrat Lindorf motivierte die Bürger mit seinem Schlusswort und rief: „Kommt ins Boot und rudert mit!“

 


Kirchheim/Teck, Januar 14, 2016

Stadt muss für Anschlussunterbringung sorgen

Link zum Artikel im Stadtanzeiger

Die Übergriffe auf Frauen in Köln und anderen Städten waren ein Dämpfer für die Willkommenskultur. Dies war auch bei der Bürgerinformation der Stadtverwaltung zur Anschlussunterbringung von Asylbewerbern zu spüren. Die erste Unterkunft soll bereits im Sommer im Hafenkäs entstehen.

Von: Boris-Marc Münch

Nach Ansicht von OB Angelika Matt-Heidecker steht Kirchheim unter "enormem Druck" was die Anschlussunterbringung betrifft. Foto: z
Nach Ansicht von OB Angelika Matt-Heidecker steht Kirchheim unter "enormem Druck" was die Anschlussunterbringung betrifft. Foto: z

In Kirchheim sollen in absehbarer Zeit drei Unterkünfte für anerkannte Asylbewerber entstehen. Darüber informierte die Stadtverwaltung im Sitzungssaal des Rathauses, der proppenvoll war. Besorgte Bürger diskutierten engagiert mit. Die Diskussionsrunde war über weite Strecken von der Furcht vor Kriminalität, Lärm und der Einschränkung der Wohn- und Lebensqualität geprägt. Dazu der Unmut, dass wertvolle Grünflächen und Bolzplätze verloren gehen.

 

Insgesamt neun Standorte stellte die Stadtverwaltung vor, von denen drei möglichst rasch umgesetzt werden sollen. Dies sind eine Wiese im Hafenkäs neben dem Henriettenstift, der Dreschplatz in Lindorf sowie der alte Sportplatz in Jesingen. Die Gebäude sollen in ganz normaler Bauweise errichtet werden und Platz für 370 Menschen bieten, davon vermutlich 70 Prozent Einzelpersonen. Sie rechne damit, dass der Gemeinderat diesen Standorten zustimmt, sagte OB Angelika Matt-Heidecker.

 

Die Unterkunft im Hafenkäs soll zuerst gebaut werden. Auf einer Wiese in unmittelbarer Nähe des Seniorenheims, des Wohngebiets und eines Kindergartens sollen zwei dreigeschossige Gebäude für maximal 76 Personen entstehen. Die Oberbürgermeisterin machte deutlich, dass die Stadt unter "enormem Druck" stehe und man daher dringend Raum für die wachsende Anzahl an Asylbewerbern benötige. Da dieser möglichst kurzfristig bereitstehen müsse, habe man städtische Grundstücke ausgesucht. Um einer Ghetto-Bildung vorzubeugen, sind die Standorte über das gesamte Stadtgebiet verteilt. "Wir wollen kein syrisches Dorf", verdeutlichte Matt-Heidecker.


Nach aktuellen Schätzungen muss Kirchheim dieses Jahr 700 Menschen aufnehmen. Deshalb sind bereits weitere Standorte angedacht. Dies sind der Bolzplatz in der Kitteneshalde, die Klosterwiese sowie Grundstücke in der Isolde-Kurz-Straße in Ötlingen, der Bodelschwingweg und die Tannenbergstraße in der Bohnau sowie die derzeitige Ersatzunterkunft der Jesinger Ortschaftsverwaltung und eine Fläche an der alten Kirchheimer Straße in Nabern. Dafür müsste die Stadt insgesamt zehn Millionen Euro in die Hand nehmen und sich weiter verschulden. Deshalb ist nach den Worten der Oberbürgermeisterin eine Unterstützung des Bunds dringend notwendig. In der anschließenden Diskussionsrunde gab es viel Kritik und teilweise großen Applaus für die Wortbeiträge. So wollte eine Zuhörerin wissen, weshalb man die Unterkünfte nicht irgendwo am Rand errichtet, anstatt wertvolle Grünflächen und Spielplätze zu überbauen. Neue Baugebiete auszuweisen, würde viel zu lange dauern, entgegnete Matt-Heidecker. Außerdem wolle man die Menschen innerhalb Kirchheims bestmöglich integrieren. Andere Redner zeigten für die Notsituation, in der sich die Stadt befindet, zwar Verständnis. Doch der Stadtverwaltung gelang es kaum, die Ängste zu zerstreuen. Die Vorstellung, dass überwiegend junge Männer in die Gebäude im Hafenkäs einziehen, mache ihr "Himmelangst", meinte eine Rednerin. "Wir haben auch wegen unserer Kinder Angst", sagte eine Frau.


Die Oberbürgermeisterin geht davon aus, dass die "Neubürger" ein ganz normales Leben führen wollten, "so wie wir auch". Dennoch versprach sie, die Befürchtungen in der Bevölkerung sehr ernst zu nehmen. "Wer bei uns leben will, muss auch unsere Werte leben", betonte Matt-Heidecker.

 

Autor: Boris-Marc Münch